Therapieangebote

Therapieangebote

Hier erhalten Sie Informationen über verschiedene logopädische Behandlungsbereiche.
Dabei unterscheiden wir zwischen kindlichen Störungen der Sprache und Störungen nach Abschluß der Sprachentwicklung.

Therapie Erwachsene

Therapie Erwachsene

  • Aphasie
  • Dysarthrien/Dysarthrophonien
  • Dysphagie
  • Sprechapraxie
  • Stimmstörungen
  • Stottern
  • Hörtraining bei Cochlear Implantat

Aphasie

Das Wort Aphasie kommt aus dem Griechischen. Es bedeutet "Sprachverlust" und ist eine Bezeichnung für eine Sprachstörung nach einer Hirnschädigung. Je nach Ort und Ausmaß der Schädigung im Gehirn können das Sprechen, das Verstehen, das Lesen und/oder das Schreiben gestört sein; wobei nicht alle Bereiche gleich stark beeinträchtigt sein müssen. Die Intelligenz und das Gedächtnis sind meist nicht betroffen.

Man unterscheidet vier Standard-Aphasietypen:

  • Amnestische Aphasie

Die Patienten haben Probleme, Dinge korrekt zu benennen, können sich im allgemeinen aber gut verständlich machen. Der Sprechfluss ist gut erhalten, der Satzbau überwiegend intakt. Das Sprachverständnis der Patienten ist, wenn überhaupt, nur geringfügig gestört.

  • Broca-Aphasie

Broca-Aphasiker sprechen meist sehr langsam und mit großer Mühe. Oftmals werden Sätze verkürzt und grammatisch nicht korrekt gebildet. Das Verständnis für Sprache ist in der Regel mäßig beeinträchtigt.

  • Wernicke-Aphasie

Patienten mit einer Wernicke-Aphasie sprechen in der Regel flüssig, jedoch ist der sprachliche Inhalt des Gesagten oftmals inadäquat, lautlich entstellt und/oder grammatisch nicht korrekt. Das Sprachverständnis der Patienten ist besonders zu Beginn der Störung stark eingeschränkt.

  • Globale Aphasie

Bei Patienten mit globaler Aphasie sind alle Sprachformen schwer beeinträchtigt. Sprechen und Verstehen sind gleichermaßen stark betroffen.

Dysarthrien/Dysarthrophonien

Bei einer Dysarthrie bzw. Dysarthrophonie handelt es sich um eine neurologisch bedingte Sprechbewegungsstörung, die u.a. durch Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma oder degenerative Erkrankungen, wie Morbus Parkinson oder Multiple Sklerose hervorgerufen werden kann.

Abhängig von dem Ort und der Ausprägung der Schädigung im Gehirn, treten bei einer Dysarthrie/Dysarthrophonie Störungen der Artikulation (Aussprache), Phonation (Stimmgebung), Respiration (Sprechatmung) und/oder Prosodie (Sprechrhythmus und -melodie) auf. Andere sprachliche Fähigkeiten (z.B. das Sprachverständnis, Schreiben oder die Wortfindung), sowie die allgemeine Intelligenz, sind bei einer reinen Dysarthrie nicht beeinträchtigt.

Die Sprechweise eines von einer Dysarthrie betroffenen Menschen kann z.B. folgende Veränderungen aufweisen:

  • die Aussprache ist verwaschen und undeutlich
  • die Stimme hört sich heiser, rau, leise oder gepresst an
  • das Sprechen klingt monoton
  • das Sprechtempo ist erhöht oder herabgesetzt

Dysphagie

Der Begriff "Dysphagie" leitet sich vom griechischen Wort "phagein" (=essen) ab und bezeichnet eine neurologisch bedingte Störung des Schluckablaufes. Für die Betroffenen besteht hierbei die Gefahr, dass Nahrung, Speichel oder Flüssigkeit in die Atemwege gelangen und dort Erstickungsanfälle oder Entzündungen der Lungen hervorrufen kann.

Patienten mit einer Dysphagie können folgende Symptome zeigen:

  • Häufiges Verschlucken an Speichel, bestimmten Speisen oder Getränken
  • Schlucken von Speichel/Nahrung/Flüssigkeit ist sehr mühsam oder gar nicht möglich
  • Häufiges Räuspern oder Husten bis hin zu Hustenanfällen, eventuell sogar mit Atemnot und/oder Angst zu ersticken
  • Gefühl, die Nahrung bleibt im Hals stecken
  • Nahrungsansammlung in der Mundhöhle, z.B. in den Wangentaschen, am Gaumen oder an der Rachenhinterwand
  • Kauen erschwert oder nicht möglich
  • Ausspucken von Speichel, Nahrung oder Flüssigkeit
  • Angst zu schlucken oder sich zu verschlucken

Als Folge der oben genannten Symptome kann es zu sozialer Isolation kommen.

Sprechapraxie

Die Sprechapraxie zählt zu den erworbenen hirnschädigungsbedingten Sprechstörungen. Die Störung betrifft die sprechmotorische Kontrolle, d.h. die Planung und Ausführung von Sprechbewegungen. Es liegen keine organischen Schäden oder funktionelle Defizite in der Sprechmuskulatur vor.

Das Störungsbild der Sprechapraxie ist sehr variabel, jedoch können die folgenden Symptome häufig beobachtet werden:

  • Eine unflüssige Sprechweise, die durch Fehlversuche und spontane Selbstkorrekturen gekennzeichnet ist.
  • Suchbewegungen mit der Zunge und den Lippen.
  • Fehlbildungen von Worten (z.B. "Fopf" statt "Kopf", "Scharaße" statt "Straße", "Telefant" statt Elefant").
  • Unregelmäßigkeiten in den Fehlbildungen (ein Wort wird bei mehrmaligem Sprechen jedes Mal anders fehlgebildet).
  • Sicht- und hörbare Sprechanstrengung.
  • Erkennbare Unzufriedenheit mit der eigenen Leistung.
  • Es zeigen sich "Inseln störungsfreier Produktion", d.h. zeitweise sind die Patienten in der Lage, vollkommen normal zu sprechen.
  • Eine Sprechapraxie tritt nur selten in ihrer "Reinform" auf, wesentlich häufiger findet man eine Vergesellschaftung der Erkrankung mit dem Störungsbild der Aphasie.

Dysphonie (Stimmstörungen)

Infektiöse Erkrankungen des Hals-Rachenraumes, organische Veränderungen des Kehlkopfes, aber auch ungünstiges Sprechverhalten können zu einer krankhaften Veränderung des Stimmapparates und somit zu einer Stimmstörung (Dysphonie) führen. Erste Merkmale für eine Dysphonie sind:

  • andauernde Heiserkeit
  • schnelle Stimmermüdung
  • Gefühl der Sprechanstrengung
  • eine unangemessen hohe bzw. tiefe Sprechstimmlage
  • Probleme beim sehr lauten oder sehr leisen Sprechen
  • Schwierigkeiten beim Ändern der Tonhöhe

Die häufigsten Störungen der Stimmbildung sind die (hypo- bzw. hyper-) funktionellen Dysphonien. Hierbei handelt es sich um eine Beeinträchtigung der an der Stimmbildung beteiligten Kehlkopfstrukturen ohne primär-organische Ursachen. Eine hypofunktionelle Dysphonie kann durch eine stete Unterbelastung des Sprechapparates entstehen und dadurch zu einer Verkümmerung der Sprechmuskulatur führen. Eine hyperfunktionelle Dysphonie entsteht dagegen bei übermäßiger Anspannung bzw. Verspannung der Stimmlippenmuskulatur beim Sprechen.

Bei funktionellen Dysphonien kann es als Folge auch zu so genannten sekundär-organischen Veränderungen (z.B. Stimmlippenknötchen) kommen.

Von den funktionellen Dysphonien sind die rein organischen Stimmstörungen abzugrenzen. Diese entstehen aufgrund einer Veränderung der Form oder Beweglichkeit des Kehlkopfes (z.B. bei Verdickungen an den Stimmlippen oder Lähmungserscheinungen der Kehlkopfmuskulatur durch Nervenschädigungen nach einer Operation).

Stottern bei Jugendlichen und Erwachsenen

Unter dem Begriff "Stottern" versteht man häufige Unterbrechungen des natürlichen Redeflusses. Diese Unterbrechungen können von:

  • Wiederholungen (Laute, Silben, Wörter, Satzteile; zum Beispiel: Ka-Ka-Kaffee)
  • Langen Dehnungen (zum Beispiel: Mmmmilch)
  • Blockaden (zum Beispiel: B----Bier)

gekennzeichnet sein.

Oft bilden Stotterer Sekundärsymptomatiken, wie Atemstörungen, Mitbewegungen von Extremitäten und/oder Grimassen aus, die mit dem Gesprochenen aber nichts zu tun haben müssen.

Die Unterbrechungen des Redeflusses können auch Sprechangst beim Betroffenen auslösen. Als Folge davon versuchen manche Stotterer zum Beispiel bestimmte Wörter zu ersetzen, zu vermeiden oder entziehen sich sogar sprachlichen Anforderungen.

800.000 Menschen in Deutschland stottern, das entspricht 1% der Bevölkerung. Stottern ist in jedem Lebensalter in hohem Maße kontrollierbar.

Was Stottern nicht ist

Stottern ist:

  • Keine schlechte Angewohnheit.
  • Kein besonderes Merkmal eines schüchternen oder ängstlichen Menschen.
  • Kein Symptom einer psychischen Störung.

Therapie Kinder

Therapie Kinder

  • Dysgrammatismus
  • Störung der Aussprache
  • Auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörung
  • Störung des orofazialen Muskelgleichgewichtes
  • Poltern
  • Sprachstörungen bei Schwerhörigkeit
  • Sprachentwicklungsverzögerung (SEV)
  • Sprachentwicklungsstörung (SEST)
  • sprechapraktische Störungen
  • kindliche Redeunflüssigkeiten, Stottern

Dysgrammatismus

Dysgrammatismus bezeichnet die Störung des Satzbaus und der Grammatik. Ein Dysgrammatismus liegt vor, wenn ein 4-5jähriges Kind noch Schwierigkeiten bei der Bildung von Sätzen und der Beugung von Wörtern hat.

Symptome sind z.B.:

  • unvollständige Sätze (Auto hab)
  • Satzstellungsfehler (Mama Küche geht)
  • falsche Verwendung von Artikeln (Das Baum ist hoch)
  • Konjugationsfehler (Ich kommst nach Hause)
  • falscher Kasus (Die Puppe gehört das Mädchen)

Häufig ist die Störung mit vermindertem aktiven und passiven Wortschatz, geringer Hörgedächtnisspanne, Konzentrations- und Wahrnehmungsstörungen und einem beeinträchtigten Rhythmusgefühl verbunden.

Dyslalie (Artikulations- und Aussprachestörung)

Der Begriff "Dyslalie" oder auch "Artikulations-" bzw. "Aussprachestörung" steht für eine von der Altersnorm abweichende Lautbildung. Dabei werden von den Kindern einzelne Laute oder Lautverbindungen (gelegentlich auch ganze Silben) ausgelassen (z.B. "bau" statt "blau"), fehlerhaft gebildet (z.B. "Lispeln") oder durch andere Laute ersetzt (z.B. "tomm" statt "komm").

Je nachdem, wie viele Laute betroffen sind, spricht man von einer partiellen (ein oder zwei Laute), multiplen (mehrere Laute) oder universellen (fast alle Laute) Dyslalie.

Welche Laute konkret von einer Fehlbildung betroffen sind, wird manchmal bereits auf der ärztlichen Verordnung für Sprachtherapie mit Hilfe griechischer Buchstaben angegeben, z.B. bedeutet "Kappazismus", dass das Kind den Laut K nicht bilden kann oder "Schetismus", dass der Laut SCH falsch artikuliert wird.

Man unterscheidet grob zwei Arten für Artikulations- bzw. Aussprachestörungen. Zum einen kann es sein, dass ein Kind einen Laut (oder auch mehrere Laute) überhaupt noch nicht oder nicht richtig bilden kann, zum anderen kommt es vor, dass das Kind die Regeln noch nicht erfasst hat, nach denen der Laut in der Muttersprache verwendet wird. Letzteres zeigt sich z.B. wenn ein Kind den Laut K zwar immer in der Mitte und am Ende eines Wortes richtig ausspricht (z.B. "Jacke", "Rock"), am Wortanfang aber das K konsequent durch T ersetzt, wodurch es zu einer Verzerrung der Bedeutungen kommt ("Keller" wird so zu "Teller", "Kasse" zu "Tasse" usw.).

Auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörung

Bei einer zentral-auditiven Verarbeitungsschwäche (auch zentrale Fehlhörigkeit genannt) handelt es sich nicht um eine Hörstörung. Das periphere Hörvermögen, d.h. Mittel- und Innenohr, ist völlig in Ordnung. Der von den intakten Ohren aufgenommene Schall wird bei einer zentral-auditiven Hörverarbeitungsschwäche im Gehirn verzögert, unscharf oder sogar falsch entschlüsselt. Es handelt sich also um eine Störung der Verarbeitungsprozesse im Gehirn.

So empfinden betroffene Menschen z.B. normale Umgebungsgeräusche als zu laut, die Kommunikationspartner als zu leise und können sich in geräuscherfüllter Umgebung (z.B. im Klassenzimmer) nicht auf die entscheidenden Schallquellen (z.B. die Stimme des Lehrers) konzentrieren.

Die Folge ist, dass die Hörleistung absinkt. Genauer gesagt liegt in geräuscherfüllter Umgebung eine Störung der Sprachdiskrimination vor (dies ist häufig beim Hören, Merken, Wiederholen, Umsetzen ins Schriftbild etc. zu bemerken).

Sprachstörungen bei LKGS - Spalten

Lippen-Kiefer-Gaumen-Segel-Fehlbildungen (LKGS-Spalten)

Der Begriff LKGS-Spalten steht für eine angeborene Fehlbildung der Lippen, des Kiefers, des Gaumens und / oder des Gaumensegels. Der Schweregrad der Fehlbildung ist dabei sehr unterschiedlich und reicht von beispielsweise einfachen Kerben in den Lippen bis hin zu einer vollständigen Fehlbildung des Gewebes, der Muskeln und der Knochen im Gesichtsbereich. LKGS-Spalten haben je nach Ausprägung negative Auswirkungen auf:

  • frühkindliches Atmen, Schlucken und Saugen
  • die Entwicklung der Sprechmuskeln
  • die Hörentwicklung
  • die Nasenatmung
  • das Oberkieferwachstum.
  • Als Folge finden sich häufig Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung, wie Näseln (Rhinophonie)
  • Artikulationsstörung (Dyslalie)
  • Stimmstörung (Dysphonie)
  • Mimisch-artikulatorische Mitbewegungen oder eingeschränkte auditive Differenzierungsfähigkeit.

Lese-Rechtschreib-Schwäche

Hierbei handelt es sich um Schwierigkeiten bzw. Entwicklungsverzögerungen im Bereich des Lesens und Schreibens. Es kommt zum Beispiel zu häufigen und schwerwiegenden Lesefehlern, verzögertem Lesetempo und Schreibfehlern. Der Ursachenkatalog ist lang und umfangreich und es gibt keine isolierten organischen, psychischen oder sozialen Bedingungen, die in jedem Fall zu einer Lese-Rechtschreib-Schwäche führen. Es gibt mehr Jungen als Mädchen, die eine Lese-Rechtschreib-Schwäche entwickeln. Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten entwickeln Kinder in allen Kulturen mit Schriftsprache.

Die Primärsymptomatik beinhaltet die “typischen” Fehler, wie zum Beispiel Drehungen und Kippungen von Buchstaben oder Umstellungen der Buchstabenfolge innerhalb eines Wortes beim Schreiben. Auch beim Lesen kann es zum Beispiel zu Buchstabenverwechslungen, -hinzufügungen, -auslassungen und/oder –ersetzungen kommen. In den Bereich der Sekundärsymptomatik fallen Verhaltensauffälligkeiten wie zum Beispiel Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität, Vermeidungsverhalten, psychosomatische Beschwerden, Selbstwertgefühlprobleme.

Störung des orofazialen Muskelgleichgewichtes

Bei einer Störung des orofazialen Muskelgleichgewichts handelt es sich um ein muskuläres Ungleichgewicht im Bereich der mimischen Muskulatur, der Mund-, Kau-, Zungen-, Mundboden- und Gaumensegelmuskulatur.

Dieses muskuläre Ungleichgewicht kann unter bestimmten Bedingungen zu einer Myofunktionellen Störung (Schluckfehlfunktion) und / oder zu einem offenem Mundsyndrom führen.

Folgende Symptome können Hinweis auf ein Myofunktionelles Syndrom sein:

Lippen:

  • Verkürzte Oberlippe
  • Wulstige Unterlippe
  • Offene Mundhaltung
  • Hypersalivation (Extremer Speichelfluss und/ oder dadurch bedingt raue Lippen/ Ekzeme)

Zunge:

  • Zunge liegt in irgendeiner Form an oder zwischen den Zähnen
  • Verdickte und/ oder rissige Zungenränder
  • Zungenpressen
  • Gesichts- und Kaumuskulatur
  • Schlaffe Gesichtsmuskulatur und dadurch bedingt langweiliger Gesichtsausdruck
  • Überaktivität des Kinnmuskels

Ein Offenes-Mund-Syndrom bedeutet, dass der Mund des Patienten zum Atmen meistens geöffnet ist. Die Nasenatmung wird nicht genutzt. Der Mund kann von Patient zu Patient unterschiedlich weit geöffnet sein. Manchmal liegt die Zunge auch auf den unteren Zähnen oder zwischen den oberen und unteren Zähnen. Der Gesichtsausdruck dieser Patienten wirkt schlaff und wenig ausdrucksstark.

Poltern

Poltern gehört zu den Störungen des Redeflusses. Im Gegensatz zu einem Stotterer, bei dem der Redefluss unterbrochen ist, spricht ein Polterer zwar flüssig, redet aber viel zu schnell, überhastet und zumeist undeutlich. Charakteristische Merkmale des Polterns sind

  • ein immer schneller werdendes Sprechen innerhalb längerer Wörter und Sätze
  • Auslassungen, Dehnungen, Wiederholungen und Verschmelzungen von Lauten/Silben, Wörtern und Satzteilen
  • eine monotone und häufig stereotype Sprechweise

Durch diese Symptomatik fällt es dem Zuhörer oft schwer, den Ausführungen eines Polterers zu folgen.

Erstaunlicherweise und sogar wissenschaftlich erwiesen, haben Polterer kein Störungsbewusstsein. In der Regel sind es Angehörige oder Freunde, die einen polternden Mitmenschen auf seine Sprechweise aufmerksam machen.

Poltern kann auch in Kombination mit anderen Sprachstörungen auftreten, wie zum Beispiel einer Lese-Rechtschreib-Schwäche und Stottern.

Sprachstörungen bei Schwerhörigkeit

Ein normales Hörvermögen ist grundlegend für das Erlernen von Sprache. Um Sprache zu verstehen, muss ein Kind in der Lage sein, die Sprachlaute genau zu hören, nur dann kann es sie richtig unterscheiden und sprechen lernen.

Während das Mittel- und das Innenohr von ihrer Anatomie und Funktion her zum Zeitpunkt der Geburt schon angelegt sind, ist die Reifung der Nervenbahnen (Hörbahnen) noch nicht abgeschlossen. Damit es zu einer vollständigen Ausreifung kommen kann, sind akustische Reize notwendig. Bleiben diese in den ersten Lebensmonaten aufgrund einer nicht erkannten Schwerhörigkeit (Schallleitungs- oder Schallempfindungsschwerhörigkeit) aus, kommt es auch nicht zu einer vollständigen Entwicklung der Nervenzellen der Hirnrinde.

Die Schallleitungsschwerhörigkeit tritt im Kindesalter am häufigsten auf. Sie entsteht durch Störungen im Schallleitungssystem (dazu gehören Ohrmuschel, äußerer Gehörgang, Trommelfell, Mittelohrknöchelchen, mechanische Funktionen des Innenohres), die ursächlich durch Mittelohrentzündungen oder Tubenkatarrhe hervorgerufen werden. Diese Störungen führen zu Hörbeeinträchtigungen wie Empfindlichkeitsverlust (Schall wird leiser oder gar nicht gehört). Schallleitungsbedingte Hörbeeinträchtigungen lassen sich in der Regel gut behandeln (z.B. mit Hilfe von Medikamenten, z.T. wird ein Schnitt in das Trommelfell oder so genannte Paukenröhrchen zur Belüftung des Mittelohrs notwendig).

Schallempfindungsschwerhörigkeiten sind fast alle auf eine Innenohrerkrankung zurückzuführen und damit schwerer kompensierbar. Sie entstehen durch Schädigungen im Schallempfindlichkeitsteil des Ohres. Dies führt zu komplexen Hörbeeinträchtigungen, d.h. nicht nur zu Empfindlichkeits-, sondern auch zu Qualitätsverlusten. Der Schall wird dann nicht nur leiser oder nicht gehört, sondern auch verzerrt. Bei Schallempfindungsschwerhörigkeiten besteht keine Möglichkeit, die Ursache der Erkrankung zu behandeln, da sie auf Vererbung oder auf entstandene Schädigungen während der Schwangerschaft oder der Geburt zurückzuführen sind. Um noch vorhandene Hörreste zu verstärken und das Kind so an die Sprachentwicklung heranzuführen, müssen Hörgeräte eingesetzt werden. In bestimmten Fällen ist der operative Einsatz eines so genannten “Cochlear Implantats” sinnvoll, um die Lautwahrnehmung des Kindes zu verbessern.

Besteht der Verdacht auf Taubheit, sollte trotzdem eine Hörgeräteversorgung durchgeführt werden.

Die direkte Folgewirkung einer nicht gut medizinisch behandelten oder behandelbaren Hörschädigung ist eine verzögerte, mangelhafte oder sogar völlig ausbleibende Lautsprachentwicklung. Eine frühe Erkennung kindlicher Hörstörungen ist also entscheidend für die späteren sprachlichen Kommunikationsmöglichkeiten des Kindes. Kindliche Hörstörungen sollten spätestens bis zum sechsten Lebensmonat erkannt und diagnostiziert worden sein.

Die Sprach- und Sprechstörungen hörgeschädigter Kinder sind komplexer Natur und lassen auf nahezu jeder Sprachebene Veränderungen erkennen:

Veränderung in der Lautbildung und Lautdiskrimination (“verwaschene Aussprache”)

Reduktion des Wortschatzes

eingeschränkter Gebrauch grammatischer Regeln

fehlende situationsangemessene interpersonelle Kommunikation

Dysprosodie (falsche Betonung innerhalb eines Wortes oder Satzes)

Sprachentwicklungsverzögerung (SEV)

Man spricht von einer Sprachentwicklungsverzögerung, wenn es zu einer deutlich zeitverzögerten kindlichen Sprachentwicklung (nach dem 18. Lebensmonat) in mehreren Sprachbereichen kommt.

Betroffen sein können:

  • Artikulation
  • Grammatik
  • Wortschatz
  • Sprachverständnis.

Häufig sind auch noch andere Entwicklungsbereiche (z.B. Feinmotorik, Grobmotorik) nicht altersgerecht entwickelt.

Sprachentwicklungsstörung (SEST)

Bei einer Sprachentwicklungsstörung können ebenso wie bei der Sprachentwicklungsverzögerung, die sprachlichen Bereiche der Artikulation, der Grammatik, des Wortschatzes und des Sprachverständnisses betroffen sein. Die Störungen in den einzelnen Sprachbereichen sind im Vergleich zur Sprachentwicklungsverzögerung jedoch wesentlich massiver. Eine Sprachentwicklungsstörung tritt häufig in Kombination mit den unterschiedlichsten Entwicklungsbeeinträchtigungen auf.

Sprechapraktische Störungen bei Kindern / Verbale Entwicklungsdyspraxie

Die verbale Entwicklungsdyspraxie betrifft die sprechmotorische Kontrolle, d.h. die Planung und Ausführung von Sprechbewegungen. Es liegen keine organischen Schäden oder funktionelle Defizite in der Sprechmuskulatur vor.

Durch die Störung werden die Reifungsprozesse kindlicher Hirnstrukturen beeinträchtigt, wodurch die Entwicklung der Planungsmuster für Sprechbewegungen gestört wird.

Das Störungsbild der verbalen Entwicklungsdyspraxie ist sehr variabel, jedoch können die folgenden Symptome häufig beobachtet werden:

Fehlbildungen von Worten (z.B. "Fopf" statt "Kopf", "Scharaße" statt "Straße", "Telefant" statt "Elefant").

Unregelmäßigkeiten in den Fehlbildungen (ein Wort wird bei mehrmaligem Sprechen jedes Mal anders fehlgebildet).

Eine unflüssige Sprechweise, die durch Fehlversuche und spontane Selbstkorrekturen gekennzeichnet ist.

Suchbewegung mit der Zunge und den Lippen.

Durch eine verbale Entwicklungsdyspraxie wird der Prozess des Spracherwerbs nicht nur auf der Ebene der Artikulation, sondern auf allen Ebenen beeinträchtigt.

Kindliche Redeunflüssigkeiten und Stottern

  • Wiederholungen von Silben, Lauten, Wörtern
  • Dehnungen von Lauten und/oder Blockierungen von Wörtern
  • Begleitsymptome wie Sprechangst, Vermeidungsverhalten, körperliche Mitbewegungen,
  • Nutzen von Füllwörtern

Beim Stottern gibt es keine eindeutige Erklärung für die Ursachen. Es ist davon auszugehen, dass Stottern durch eine Vielzahl von Faktoren (körperliche und/oder seelische Ursachen sowie Umwelteinflüsse) entsteht. Symptome können auch erst als Reaktion auf anfängliches Stottern entstehen und sie immer wieder verändern.

Art und Ausmaß des Stotterns sind situationsabhängig und können großen Schwankungen unterworfen sein. Stotternde leiden häufig unter einem ausgeprägten Störungsbewusstsein. Im Alter von 2-5 Jahren zeigen einige Kinder so genannte “entwicklungsbedingte Redeunflüssigkeiten”, die z.T. von selbst wieder verschwinden. Eine logopädische Diagnostik mit Beratung und ggf. Therapie wird erforderlich, wenn das Kind unter seinem veränderten Sprechen leidet oder Zeichen von Anstrengung oder Vermeidung sichtbar werden.

Laden Sie hier unseren Flyer zur “Kindergruppe - Die Stress-Detektive”

Tiergestützte Therapie

Tiergestützte Therapie

In den nachfolgenden Bereichen kann ein Therapiebegleithund positive Auswirkungen haben.

Emotionalität

  • Empathie
  • emotionale Stabilität
  • Frustrationstoleranz

Motorik

  • Grobmotorik
  • Feinmotorik
  • Bewegungsplanung

Sensorik

  • visuelle und auditive Wahrnehmung
  • Körperschema
  • taktile/kinästhetische Wahrnehmung
  • vestibuläre Wahrnehmung

Sprache und Koordination

  • Gesprächsverständnis
  • Gesprächsbereitschaft
  • Sprachfähigkeit
  • Aufgabenverständnis
  • Artikulation

Sozialkompetenz

  • Konfliktverhalten
  • Kooperationsverhalten
  • Regelbewusstsein
  • Selbstkontrolle

Kognition

  • Aufmerksamkeit
  • Konzentration
  • Handlungsplanung
  • Gedächtnis
 

Emma ist eine sechs Jahre alte Labrador Hündin.
Sie ist ein sehr verschmuster und feinfühliger Hund und stets bemüht alles richtig zu machen. Sie arbeitet mit Ihrer Besitzerin Katia Tasche zusammen. Im Jahr 2015 absolvierten die beiden eine speziell für die Logopädie entwickelte Ausbildung zum „Therapiebegleithundeteam“.

Emma steigert nicht nur die Motivation für das Erlernen logopädischer Lerninhalte des jeweiligen Patienten, sondern wird gezielt und individuell in den Übungsverlauf des Patienten integriert. Hierbei wird häufig ein Stoffbeutel eingesetzt („Dummy“) in welchem sich logopädische Lerninhalte befinden. Das Kind darf den Beutel verstecken und Emma die Aufgabe geben, diesen zu suchen.

Außerdem ist Emma eine große Bereicherung für die Arbeit mit stotternden oder mutistischen Patienten, also schweigenden, nicht in der Öffentlichkeit sprechenden Kindern. Die Kinder schaffen es mithilfe der Hündin einfacher, kommunikativ pragmatisch Fähigkeiten (z.B. das Einhalten des Blickkontakts) während der Kommunikation mit dem Hund, zu entwickeln.

Emma kann auf Wunsch in Ihrer bzw. der Therapie Ihres Kindes eingesetzt werden. Bei Interesse geben wir Ihnen hierzu telefonisch gerne weitere Auskunft.